Was ist Deflation und wie gefährlich ist sie für Deutschland?

Große Wirtschaftskrisen führten historisch oft zu starker Inflation oder Deflation. Entscheidend ist dabei der Nachfrage oder der Angebotsschock. Der eine führt zu Inflation. Der andere zu Deflation. Im Zusammenhang mit der Corona-Krise wurden interessanterweise oft beide Szenarien diskutiert.

Manchmal fehlten Produkte, manchmal wurden sie zu Ladenhütern. In diesem Beitrag geht es mir insbesondere um Deflation. Deflation bezeichnet einen Rückgang des allgemeinen Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen. Mit anderen Worten: Deflation ist negative Inflation. Wenn sie auftritt, steigt der Wert der Währung im Laufe der Zeit. So können mehr Waren und Dienstleistungen für die gleiche Menge Geld gekauft werden.

Ursachen der Deflation

Ökonomen definieren die beiden Hauptursachen für Deflation in einer Volkswirtschaft als (1) Rückgang der Gesamtnachfrage und (2) Anstieg des Gesamtangebots. Der Rückgang der Gesamtnachfrage führt zu einem Rückgang der Preise für Waren und Dienstleistungen. Einige wichtige Faktoren, die zu einem Rückgang der Gesamtnachfrage führen, sind:

 Deflation ist negative Inflation
Deflation ist negative Inflation.

1: Rückgang der Geldmenge

Eine Zentralbank kann eine straffere Geldpolitik betreiben, indem sie die Zinssätze erhöht. Dadurch geben die Menschen ihr Geld nicht mehr sofort aus, sondern sparen lieber. Außerdem führen steigende Zinssätze zu höheren Kreditkosten, was ebenfalls die sonst üppigen Ausgaben in der Wirtschaft hemmt.

2: Rückgang des Vertrauens

Negative Ereignisse in der Wirtschaft, wie eine Rezession, können ebenfalls zu einem Rückgang der Gesamtnachfrage führen. Während einer Rezession werden wir Menschen pessimistischer, was die Zukunft der Wirtschaft angeht. In der Folge ziehen wir es instinktiv vor, unsere Ersparnisse zu erhöhen und die laufenden Ausgaben zu reduzieren.

3: Anstieg des Angebots

Ein Anstieg des Gesamtangebots ist ein weiterer Auslöser für Deflation. In der Folge sehen sich die Produzenten einem härteren Wettbewerb ausgesetzt und sind gezwungen, die Preise zu senken. Das Wachstum des Angebots kann wiederum durch die folgenden Faktoren verursacht werden:

4: Niedrigere Produktionskosten

Ein Rückgang der Preise für wichtige Produktionsfaktoren (z.B. Rohstoffe) führt zu niedrigeren Produktionskosten. Die Erzeuger können ihre Produktion steigern, was zu einem Mehr-Angebot führt. Bleibt die Nachfrage unverändert, müssen die Produzenten ihre Preise für Waren senken, damit die Menschen mehr als bisher davon kaufen.

5: Technologischer Fortschritt

Technologisch Fortschritt – also die Anwendung neuer effizienter billiger Technologien in der Produktion können auch zu einem Anstieg des Gesamtangebots führen. Technologischer Fortschritt ermöglicht es einem Produzenten, seine Kosten zu senken. Daher werden auch die Preise für seine Produkte sinken.

Auswirkungen der Deflation

Deflation tritt häufig während einer Rezession auf. Und ganz nebenbei bemerkt: Wir sind gerade mitten in einer Rezession von historischem Ausmaß. Von “Rezession” spricht man, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst sondern schrumpft. Deflation und Rezession gehen also gern Hand in Hand. Das Bruttosozialprodukt sinkt. Das hat logischerweise negative Auswirkungen auf unsere Wirtschaft:

Deflation

1: Anstieg der Arbeitslosigkeit

Während einer Deflation steigt die Arbeitslosenquote. Da das Preisniveau sinkt, neigen die Produzenten dazu, ihre Kosten zu senken, indem sie ihre Mitarbeiter entlassen.

2: Anstieg des realen Werts der Schulden

Deflation geht mit einem Anstieg der Zinssätze einher, was zu einem Anstieg des realen Werts der Schulden führt. Infolgedessen werden die Verbraucher ihre Ausgaben wahrscheinlich aufschieben. Schauen wir mal kurz auf die Zinssätze: Die FED in den USA hat sie gerade um 0.25 % angehoben. Die Europäische Zentralbank könnte diesem Vorbild schon bald folgen.

3: Deflationsspirale

Der Begriff “Deflationspirale” beschreibt eine Situation, in der sinkende Preise eine Kettenreaktion auslösen, die zu einer geringeren Produktion, niedrigeren Löhnen, einer geringeren Nachfrage und einem noch niedrigeren Preisniveau führen. Während einer Rezession stellt die Deflationsspirale eine große wirtschaftliche Herausforderung dar, da sie die wirtschaftliche Lage im Auto-Pilot-Modus weiter verschlechtert.

Kann Deflation jemals gut sein?

Normalerweise ist eine Deflation ein Zeichen für eine schwächelnde Wirtschaft. Experten fürchten  Deflationen, weil ein stabiles wachsendes Kaufverhalten von uns Verbrauchern eine wichtige Komponente des Wirtschaftswachstums ist. Und genau da spielen wir bei einer Deflation nicht mehr mit. Unternehmen reagieren dann unser sinkendes Interesse beim Einkaufen, indem sie ihre Produktion drosseln, was zu Entlassungen und Lohnkürzungen führt. Dies senkt – wie eben in der Deflationsspirale beschrieben – Nachfrage und Preise.

Aber nun wird es interessant! In der Schweiz sind die Preise für Konsumgüter über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren gesunken, ohne dass es zu den gerade genannten weitreichenden negativen Auswirkungen auf die schweizer Wirtschaft gekommen ist. Tatsächlich florierte die Wirtschaft des Landes inmitten fallender Preise. 

Dies hat zumindest einige Ökonomen dazu veranlasst, ihre Meinung über die negativen Auswirkungen der Deflation zu revidieren. Sie sind nun der Meinung, dass Verbraucher und Produzenten in einer Volkswirtschaft ein Gleichgewicht finden können, solange die Deflation nicht zu stark ist.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Zu Beginn des Jahres 2016 lag die Inflationsrate in Deutschland nur noch bei knapp 0,3 %. Diese sehr niedrige Inflation rief damals deutsche Wirtschaftswissenschaftler und Politiker auf den Plan, die vor einer Deflation warnten. Von einer “gesunden Wirtschaft” redet die Europäische Zentralbank gern bei Inflationsraten zwischen 1 und 2%. Deshalb hatte die EZB Mitte der 2010er Jahre auch wieder angefangen, mehr ungedeckte neue Euros in Umlauf zu bringen. Sie entwertete so die existierenden Euros und das hob die Inflationsrate an. 

Wenn wir nun heute zurückblicken auf diese fragwürdige Aktion seitens der EZB, dann muss man denjenigen Wirtschaftswissenschaftlern Recht geben, die da behaupten, Deflation kann in einem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage durchaus gut sein. Denn der Eingriff der EZB in die selbstregulierenden Mechanismen der Wirtschaft schwächte den Euro im Vorfeld der Corona-Krise. Das Ergebnis sehen wir heute. Die offizielle Inflation liegt jetzt bei 7.3 Prozent. Und die inoffizielle Inflation ist locker dreimal so hoch.

FAZIT

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Über Daniel Jost

Daniel Jost hatte von frühen Jahren an schon immer ein großes Interesse für die Funktion der Wirtschaft. Zusammen mit seiner Leidenschaft des Schreibens bringt er sich mittlerweile als Wirtschaftsjournalist ein.

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