Blasenbildung in der Wirtschaft

Im Laufe der Geschichte hat uns Blasenbildung in der Wirtschaft aufgrund von Spekulationen – und gepaart mit grundlegenden wirtschaftlichen Prinzipien – zu Extrempunkten in unserer ökonomischen Entwicklung gebracht …

Der berĂŒhmte Ökonom John Maynard Keynes verwies einmal treffend darauf, dass Wirtschaftszyklen unvermeidlich sind und extreme Wirkung zeigen können, weil manchmal bestimmte positive Faktoren gleichzeitig auf unsere Wirtschaft einwirken. Und einige davon sind schwer vorhersehbar. Keynes war zum Beispiel der Meinung, dass „spontaner wirtschaftlicher Optimismus“ – oder nennen wir es einfach “Spekulation” – in vielerlei Hinsicht eine mindestens ebenso große Triebkraft fĂŒr die Wirtschaft ist, wie mathematische Regeln. 

Weitere positive wirkende Faktoren fĂŒr eine Wirtschaft sind die EinfĂŒhrung neuer Technologien, der Abbau von Handelsschranken, lĂ€ngere Phasen des Friedens, und sinkende Rohstoffpreise. Wirken nun einige dieser Faktoren gleichzeitig, kann das zu Wirtschaftsblasen fĂŒhren. Wirtschafts- und Finanzblasen sind faszinierende aber auch gefĂ€hrliche Ereignisse. Sie sorgen nĂ€mlich in allen Gesellschaften, in denen GĂŒter mit Geld ausgepreist sind, fĂŒr erhebliche Abweichungen angemessenen Preis fĂŒr ein Produkt oder eine Dienstleistung. 

Ich fange mal an mit dem Auflisten einiger Bubbles 


Die Tulpen-Manie in den Niederlanden

Blasenbildung in der Wirtschaft
Preisentwicklung wÀhrend der Tulpenmanie

Anfang des 17. Jahrhunderts strebten die Niederlande wirtschaftlich goldenen Zeiten entgegen. Die Neureichen waren auf der Suche nach neuen Statussymbolen. Da kam die damals noch weitgehend unbekannte Tulpe mit ihren außergewöhnlich intensiven Farben gerade recht. Sie eignete sich fĂŒr PrachtgĂ€rten und als Haar- oder Brustschmuck vornehmer Damen – besonders weil sie damals noch sehr selten war.

Tulpen brauchen relativ lange in der Aufzucht, deshalb war das Angebot kleiner als die Nachfrage. Eine Spirale setzte sich in Gang. Weil jeder die Tulpe wollte, stieg ihr Wert. Eine einzelne Tulpen-Zwiebel konnte auf dem Höhepunkt der Blase den Gegenwert von heute mehreren tausend Euro erreichen.

Die SĂŒdseeblase in England

Zusammen mit enormen Gewinnversprechen gab die South Sea Company Anfang des 18. Jahrhunderts stĂ€ndig neue, und immer teurere Aktien heraus. Wie schon bei der Tulpenblase schlugen irgendwann auch auch einfache englische BĂŒrger zu und verschuldeten sich in der Hoffnung auf schnelle Gewinne. Dabei sassen sie nur einem Hype auf. Die Euphorie griff auf Europa und auf andere Aktienunternehmen ĂŒber. Auf dem Höhepunkt lag das Börsenkapital Englands etwa fĂŒnfmal so hoch wie es Bargeld in ganz Europa gab.

Die Japanblase

Weil der japanische Yen 1985 gegenĂŒber Dollar, Pfund und D-Mark aufgewertet wurde, konnten die Japaner plötzlich billiger importieren und teurer exportieren. Reichlich Geld floss nach Japan. Das musste irgendwo hin. Die Lösung sahen Anleger im Immobilienkauf. Immobilienpreise schossen in die Höhe, und mit steigenden Wohnkosten kam eine wachsende Arbeitslosigkeit. Die Menschen konnten weniger Geld fĂŒr andere Dinge ausgeben, weil die Kaufkraft nun sank. Zugleich stieg die Staatsverschuldung. 

Um die Überhitzung des Finanzmarktes abzukĂŒhlen, erhöhte die Japanische Zentralbank Schritt fĂŒr Schritt den Leitzins. 1990 zeigte dies dann endlich Wirkung. Die japanische Börse kĂŒhlte ab. Der Nikkei sank bis Jahresende 1990 um satte 40 Prozent. Japans schlimmste Wirtschaftskrise nahm Fahrt auf. Und diese Krise ist auch 2022 noch nicht vorbei. Von dieser Immobilienblase hat sich das Land bis heute nicht erholt. Japan schaut heute auf 230 Prozent Staatsverschuldung, gemessen am VerhĂ€ltnis zum Bruttoinlandsprodukt. Das ist weltweit absolute Spitze.

Die Dot.com-Blase

Blasenbildung in der Wirtschaft

Im Jahr 2000 platzte in den USA die Dot.com-Blase. Startup-Firmen wie Yahoo, Netscape, ComRoad, Infomatec oder Metabox bekamen zwischen 1998 und 2000 zuviel Aufmerksamkeit, zuviele Vorschusslorbeeren und verbrannten zuviel Investorenkapital durch ScheingeschĂ€fte oder durch BilanzfĂ€lschungen. Das Internet war damals noch nicht weit genug entwickelt um diesen plötzlichen Hype mit realen Gewinnen zu bestĂ€tigen. Die Blase platzte, und es dauerte satte 16 Jahre, ehe der New Economy Aktien Index NASDAQ wieder das 5.100-Punkte-Niveau vom FrĂŒhjahr 2000 erreichte.

Die Finanzkrise von 2008, der Black Thursday von 1929, der Black Monday 1987 
 es gibt noch so manch andere Blase, die ich hier anfĂŒhren könnte. Sie alle haben eins gemeinsam: 

Es wurde im Vorfeld der Blase zuviel spekuliert! 

Genau das treibt die wahrgenommenen Preise und Bewertungen von Vermögenswerten kĂŒnstlich in die Höhe und lĂ€sst die real zugrunde liegenden Werte an Bedeutung verlieren. Eine Blase entsteht immer dann, wenn der nominale Preis eines Vermögenswertes, eines Produktes oder einer Dienstleistung ohne ausreichende wirtschaftliche Grundlage spĂŒrbar ansteigt. Die ersten Aufwertungen sind meist noch real nachvollziehbar. Nehmen wir mal an, das Internet wird weltweit schneller durch die EinfĂŒhrung neuer DatenĂŒbertragungs-Technologien. Ein Boom bei vielen Aktien der New Economy ist dann eine logische Konsequenz. Viele Investoren reagieren aber in einem solchen Fall irrational und ĂŒberschĂ€tzen das Potential. Bereits hochpreisige Aktien werden dann in Erwartung noch höherer Verkaufspreise gekauft, bis das Vertrauen in die ĂŒbertriebenen Prognosen irgendwann verloren geht. Und dann kommt was kommen muss: Es beginnt eine Marktkorrektur – ein ĂŒberwĂ€ltigender Verkauf eben dieser gestern noch gehypten Aktie. WĂ€hrend die ersten verkaufenden Anleger  gut Kasse machen, folgend alle ĂŒbrigen Anleger nur noch einer Panik.  

Blasenbildung in der Wirtschaft – 5 Stufen

Die fĂŒnf Stufen einer Blase sind: 

  1. VerdrĂ€ngung: In dieser ersten Phase zieht man die Aufmerksamkeit der Anleger durch guten Nachrichten ĂŒber Produkte, Technologien, historisch niedrige ZinssĂ€tze und andere Aufmerksamkeit heischende Faktoren auf sich. Aber es herrscht noch allgemeine Vernunft und Skepsis gegenĂŒber der Materie.
  2. Boom: Nachdem die Aufmerksamkeit potentieller Anleger geweckt wurde, steigen immer mehr vorwiegend neue Anleger in den betreffenden Markt ein, was zu hoher Nachfrage und zu einem Preisanstieg fĂŒhrt. Je mehr Anleger in den Markt einsteigen, desto höher werden die Preise, bis sie den höchsten Höchstpreis erreichen, was dazu fĂŒhrt, dass noch mehr neue Anleger einsteigen wollen – aus Angst etwas zu verpassen. Im Englischen wird dieses Psychologie-Muster also FOMO bezeichnet. Fear of Missing out. 
  3. Euphorie: Dies ist eine Phase allgemeiner Aufregung und Vorfreude am Markt – eine Phase, in der die Preise weiter in die Höhe schießen und das Vertrauen der Menschen in den Markt weiter zunimmt. 
  4. Gewinnmitnahmen: In der vierten Phase werden die bereits lange existierenden Warnungen endlich wahrgenommen und die ĂŒberteuert gekauften Vermögenswerte werden zu (noch) hohen Preisen wieder verkauft, um einen Gewinn zu erzielen. Die Blase platzt! Es bedarf nur eines relativ kleinen Ereignisses, um eine Blase zum platzen zu bringen. Aber wenn sie einmal geplatzt ist, kann sie nicht so schnell wieder “aufgeblasen” werden. Siehe Dot.com Blase.
  5. Panik: In der Panikphase Ă€ndern die Vermögenspreise ihren Kurs und fallen oft noch schneller, wie sie vorher gestiegen sind. Professionelle Anleger und erfahrene Spekulanten haben sich zu diesem Zeitpunkt bereits gewinnbringend aus dem Markt verabschiedet. Alle ĂŒbrigen Anleger wollen dies nun auch so schnell wie möglich und zu jedem Preis tun – auch wenn der Verkaufspreis unter ihrem ursprĂŒnglichen Einkaufspreis liegt.  Das Angebot ĂŒbersteigt nun die Nachfrage. Die Preise sinken drastisch.

Merkmale von Blasen

Ein grundlegendes Merkmal von Blasen ist die  allgemeine gesunde UnglĂ€ubigkeit vor der ersten Phase. Diese UnglĂ€ubigkeit wechselt dann in eine VerdrĂ€ngung von Risiken gepaart mit Neugier. Neue Marktteilnehmer wollen nicht erkennen, dass regulĂ€re Marktteilnehmer und professionelle Spekulanten an einer Manipulation arbeiten, die nicht durch die bisherigen Bewertungsmethoden gestĂŒtzt wird. 

Viele Wirtschaftsexperten meinen, das Spekulationsblasen bei vielen Vermögenswerten in einer freien Marktwirtschaft unvermeidlich sind. Der Otto-Normal-Verbraucher gibt sich einfach zu gern irgendwelchen Illusionen hin. Das liegt in der Natur des Menschen.  Wenn Sie sich jedoch mit den Schritten der Blasenbildung vertraut machen, können Sie die nĂ€chste Blase erkennen und  vermeiden, anstatt unvorbereitet an ihr teilzunehmen.

Fazit

Blasenbildung in der Wirtschaft ist eine echte Gefahr fĂŒr Ihr Vermögen. Ihr Geld könnte schneller weg sein als sie denken. Geld gewinnbringend anlegen geht aber natĂŒrlich auch ohne viel Spekulation. Ich hĂ€tte da was fĂŒr Sie. Melden Sie sich mal bei einer kostenfreien Online-Veranstaltung von Herrn Alexander Streeb an. Herr Streeb zeigt Ihnen eine Investment-Lösung, die hat nichts mit spekulativen Blasen, Staatsanleihen oder Immobilien zu tun hat – nichts mit Aktien, Kunst oder KryptowĂ€hrungen. Es handelt sich um einen echten Sachwert, der seit Jahrhunderten Vermögen nachweislich geschĂŒtzt hat. Klicken Sie dazu den Link hier unter diesem Video.

This image has an empty alt attribute; its file name is deh-300x250.png

Über Andre Schwermer

Andre Schwermer ist Mitarbeiter der FinanzNewsKOMPAKT-Redaktion. Er arbeitet hauptberuflich als Wirtschaftsjournalist, u.a. auch fĂŒr verschiedene Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland, wie den SĂŒdkurier Konstanz, Volksfreund Trier und SaarbrĂŒcker Zeitung.

ÜberprĂŒfen Sie auch

Wie die EZB Geld verbrennt

Wie die EZB Geld verbrennt

Über die EuropĂ€ische Zentralbank hatte Heinrich Heine einmal treffend gesagt: “Denk ich an die EZB in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht” 
 Spass beiseite. Man muss kein Dichter und Denker sein, um zu verstehen, dass die EZB Geld verbrennt ...

↓