Kapitalverkehrskontrollen

Sie sto√üen bei Wirtschaftswissenschaftlern generell auf Ablehnung sto√üen, sind aber bei vielen Politikern in der ganzen Welt beliebt, weil sie eine Art √∂konomische ‚ÄúNotfallma√ünahme‚ÄĚ darstellen und auch als Teil l√§ngerfristiger wirtschaftlicher Strategien genutzt werden k√∂nnen. Wenn sie richtig konzipiert sind, stellen sie angeblich keine Gefahr f√ľr das Wohlergehen der Bev√∂lkerung eines Landes dar. Gemeint sind die Kapitalverkehrskontrollen.

Schonmal was davon geh√∂rt? Nein? Dann wird es Zeit! Denn die Dinger haben es in sich. Unter einer Kapitalverkehrskontrolle versteht man jede Ma√ünahme, die von einer Regierung oder einer Zentralbank ergriffen wird, um den Strom ausl√§ndischen Kapitals in und aus eine nationale Wirtschaft zu begrenzen. Hinter dem Begriff ‚ÄúKontrolle‚ÄĚ verbergen sich zum Beispiel Steuern, Z√∂lle, Gesetze, Mengen-Beschr√§nkungen und andere k√ľnstlich herbeigef√ľhrte markt beeinflussende Kr√§fte. National verh√§ngte Kapitalverkehrskontrollen k√∂nnen deshalb den Angstschwei√ü auf die Stirn von internationalen Investoren treiben, denn sie beeinflussen viele Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Devisengesch√§fte. 

Die vier Arten von Kapitalverkehrskontrollen

Kapitalverkehrskontrollen

Aber der Reihe nach. Bevor ich Beispiele bringe, m√∂chte ich den Begriff erst einmal sauber definieren. Es gibt zwei Arten von Kapitalverkehrskontrollen: permanente und vor√ľbergehende, sowie direkte und indirekte. Alle vier Kombinationen der Kontrolle von Geldstr√∂men haben unter Wirtschaftswissenschaftlern einen schlechten Ruf, da sie die M√§rkte verzerren und eigentlich nur Kosten verursachen. Warum verwenden dann so viele Staaten Kapitalverkehrskontrollen? Sie wollen ‚Äúden √úberblick nicht verlieren‚ÄĚ. Wissen √ľber und Einflussnahme auf Kapitalstr√∂me kann theoretisch auch positive Wirkung haben, hat es aber in der Praxis h√∂chst selten.

Vorr√ľbergehende Kapitalverkehrskontrollen werden dann angewendet, wenn Politiker der Meinung sind Notfallma√ünahmen einleiten zu m√ľssen als Reaktion auf sogenannte ‚Äúhei√üe‚ÄĚ Geldstr√∂me. Beispiel Zypern: Im M√§rz 2013 f√ľhrte das EU-Mitglied Zypern aufgrund einer Bankenkrise Kontrollen ein. Niemand konnte mehr Geld ins Ausland √ľberweisen. Und das Abheben von Geld aus dem Automaten wurde ebenfalls stark limitiert. Diese drakonischen Ma√ünahmen wurden dann nach zwei Jahren im April 2015 wieder aufgehoben.

Beispiel Griechenland: Ende Juni 2015 f√ľhrte das EU-Mitglied Griechenland aufgrund der Staatsschuldenkrise Kapitalverkehrskontrollen ein. Man schloss alle Banken und auch die Athener B√∂rse.

Beispiel Island: Das EU-Mitglied Island f√ľhrte im November 2008 Kapitalverkehrskontrollen ein, um seine W√§hrung zu stabilisieren und eine massive Kapitalflucht zu verhindern, nachdem eine schwere Bankenkrise das Land getroffen hatte. Sie erinnern sich vielleicht. Damals brachen die drei gro√üen isl√§ndischen Banken zusammen. Sie hatten Verm√∂genswerte zusammengef√ľhrt, die fast zehnmal so gro√ü waren wie das Bruttoinlandsprodukt Islands.

Ein gutes Beispiel f√ľr permanente Kontrolle √ľber Geldstr√∂me ist Indien. Versuchen Sie mal, Geld aus Indien in ein anderes Land zu √ľberweisen. Das ist praktisch unm√∂glich. Die indische Regierung erlaubt nur eine Einbahnstrasse f√ľr Geld. Sie k√∂nnen gern in Indien investieren. Sie k√∂nnen sp√§tere Gewinne aber nur innerhalb Indiens verbrauchen.

Direkte Kapitalverkehrskontrollen erschweren grenz√ľberschreitende Transaktionen durch komplizierte Genehmigungsverfahren bzw. Verbote. Bestes Beispiel: China. Aufgrund der dortigen Kapitalverkehrskontrollen wollen deutsche Unternehmen heutzutage nicht mehr in der chinesischen W√§hrung Reminbi fakturieren. Das war mal anders. Der Reminbi genoss durchaus Ansehen bei deutschen Exporteuren, denn 2009 √∂ffnete sich China bekanntlich f√ľr grenz√ľberschreitendes Cash Pooling und Dividendenaussch√ľttungen ins Ausland. Circa 2016 regierte die chinesischen Regierung dann mit radikalen Restriktionen um angeblich Kapitalflucht zu stoppen. Dividendenaussch√ľttungen ins Ausland unterliegen seitdem wieder Grenzwerten und detailierten Pr√ľfungen. 

Indirekte Kapitalverkehrskontrollen versuchen Transaktionen gewisserma√üen ‚Äúunter der Decke‚ÄĚ k√ľnstlich zu erschweren. Die Besteuerung grenz√ľberschreitender Kapitalfl√ľsse in Form einer Transaktionssteuer ist ein gutes Beispiel daf√ľr. Eine der ersten √úberlegungen zur Transaktionssteuer im Aktienmarkt geht auf John Maynard Keynes nach der Great Depression aus dem Jahre 1936 zur√ľck. Keynes argumentierte, dass eine Transaktionssteuer das schnelle auf Profitmaximierung ausgerichtet Spekulieren verhindert, w√§hrend sich Unternehmen – dank der erschwerend wirkenden Transaktionssteuer – dann mehr auf langfristige nachhaltige Gewinnmaximierung fokussieren m√ľssten. Heute wissen wir: Spekulanten finden immer einen Weg – egal welche Steuer der Staat ihnen entgegen wirft.

Kapitalverkehrskontrollen

Und hier kommt der Klassiker unter den indirekten Geldkontrollen. Davon haben auch Sie schon einmal geh√∂rt: Im internationalen Flugverkehr werden Passiere sowohl in den USA als auch in der EU oft mit Bargeld-Obergrenzen konfrontiert. In den USA gelten 10,000 US-Dollar als Obergrenze. In der EU sind es 9.999 ‚ā¨ als erlaubte zollfreie Bargeldmitnahme. Sobald Sie ‚ā¨ 10.000 und mehr mitnehmen wollen, m√ľssen Sie das Geld beim Zoll anmelden. Wenn Sie gr√∂√üere Betr√§ge an Bargeld beim Zoll nicht anmelden, dann wird Ihre Kohle beschlagnahmt und ein Strafverfahren gegen Sie eingeleitet. Diese Art von Kontrolle dient ‚Ķ na klar! ‚Ķ lediglich der Bek√§mpfung von Geldw√§sche, Terrorismus und Kriminalit√§t.

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn. Kapitalverkehrskontrollen k√∂nnen die F√§higkeit der B√ľrger und Unternehmen einschr√§nken, ausl√§ndische Verm√∂genswerte zu erwerben, was gern als ‚ÄúKapitalabflusskontrolle‚ÄĚ bezeichnet wird. Oder sie erschweren es Ausl√§ndern, inl√§ndische Verm√∂genswerte zu kaufen, was als ‚ÄúKapitalzuflusskontrolle‚ÄĚ bezeichnet wird.

Kapitalverkehrskontrollen sollen verhindern. Das ist der einzige Grund warum es sie gibt. Es gilt, etwas zu verhindern, was der freie Markt sonst zulassen w√ľrde. Das ist nicht unbedingt pauschal verachtensw√ľrdig. Denn zugegebenerma√üen ist ein Vorteil der Kapitalverkehrskontrolle, dass sie eine √úberhitzung der Volkswirtschaften verhindern kann. Das bedeutet, Investoren k√∂nnen daran gehindert werden, eine Wirtschaft spekulativ zu pumpen und zu dumpen. Investoren k√∂nnen einen Wirtschaftssektor nicht mit Geld √ľberschwemmen, die Produktion und die Preise in die H√∂he treiben und dann pl√∂tzlich abwandern und alles zum Einsturz bringen. Solange inl√§ndische Investoren nicht stark genug sind, um mit ausl√§ndischem Kapital zu konkurrieren, ist also eine milde Form von Kapitalkontrolle durchaus sinnvoll. 

Genug zu diesem Thema. Das war eine Menge ‚ÄúKontrolle‚ÄĚ. Aber so ist das leider heutzutage. Der Staat will Ihr Verm√∂gen kontrollieren. Und da ist ihm jede Methode recht. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, auch mal √ľber Sachwert-Investitionen nachzudenken. Sollten Sie Interesse daran haben, dann melden Sie sich noch heute zur kostenfreien Online-Veranstaltung von Herrn Alexander Streeb an. Er bietet Ihnen individuelle L√∂sungen und passende Anlagestrategien, damit Ihr verf√ľgbares Kapital optimal f√ľr Sie arbeitet. Und er kennt eine L√∂sung, die noch nicht allzu viele Investoren auf Ihrem Schirm haben. Dieses Investment hat nichts mit Edelmetallen oder Immobilien zu tun, nichts mit Aktien, Kunst oder Kryptow√§hrungen. Es ist ein echter Sachwert, der seit Jahrhunderten Verm√∂gen nachweislich sch√ľtzen konnte. Klicken Sie dazu hier:

This image has an empty alt attribute; its file name is deh-300x250.png

√úber Redaktion

MehrEinkommen24.com, das Online-Magazin, hat sich zum Ziel gesetzt, DIE Autorit√§tsseite zum Thema "mehr Einkommen" im deutschsprachigen Raum zu werden. Mit Informationen, Tipps und Angeboten rund um die Themen Geld, finanzielle Freiheit und Lebensqualit√§t ist dieses Online-Magazin f√ľr all jene gedacht, die sich mehr Einkommen w√ľnschen, sich finanziell frei machen und ein Leben nach ihren Vorstellungen leben wollen. Anders als die √ľblichen Online-Magazine erhalten Sie hier wirklich wichtige und n√ľtzliche Informationen sowie praxiserprobte Angebote, damit Sie Ihr Ziel auch tats√§chlich erreichen, und dient nicht nur Ihrer Unterhaltung.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

↓