Negativzins – wie er uns betrifft

Stellen Sie sich eine Hypothek vor, bei der Sie die Zinsen bekommen, und nicht umgekehrt. Oder stellen Sie sich ein Sparkonto vor, auf dem nicht der Sparer, sondern die Bank Zinsen kassiert. Kein Witz! Das ist mittlerweile bittere Realität.

Willkommen in der verkehrten Welt der negativen Zinsen! Das Negativzins-Phänomen breitet sich gerade in vielen Teilen der Welt mit schleppendem Wirtschaftswachstum aus – und Deutschland ist voll dabei. Nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftlern könnten negative Zinsen in den kommenden Jahren die gesamte Weltwirtschaft prägen und damit auch die Art und Weise verändern, wie wir Menschen sparen und investieren. Sparbuch ade! Es lebe das Sachwert-Investment! Aber der Reihe nach …

Was sind eigentlich Negativzinsen?

Negativzins - Sparkonto, auf dem nicht der Sparer, sondern die Bank Zinsen kassiert
Stellen Sie sich ein Sparkonto vor, auf dem nicht der Sparer, sondern die Bank Zinsen kassiert.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Normalerweise zahlt ein Schuldner an einen Gläubiger geliehenes Geld zurück – plus Zinsen. Negativzinsen bedeuten nun, dass plötzlich ein Gläubiger an den Schuldner Zinsen zu entrichten hat. Klingt verrückt, ist aber beispielsweise in Japan dank anhaltender Rezession bereits seit 2016 bittere Realität. Und nun auch bei uns.

Legt eine Bank Negativzinsen fest, muss ein Sparer plötzlich eine Gebühr für seine Einlagen bei der Bank zahlen. In diesem Zusammenhang wird auch gern  von “Strafzinsen” gesprochen, damit sich der Sparer so richtig schlecht vorkommt beim Sparen. Hier ein Beispiel:

Ein positiver Zinssatz von einem Prozent macht innerhalb eines Jahres aus 100 Euro, 101 Euro. Dagegen verringert ein Negativzins von -1 % Ihr Bank-Guthaben auf 99 Euro. Und als wäre das noch nicht genug Abzocke, nimmt Ihnen der Staat momentan dank 7 Prozent Inflation nochmal 7 Euro weg. Aber das nur nebenbei.

Die Höhe der Zinsen auf einem Bankkonto ist von vielen Faktoren abhängig, orientiert sich aber im wesentlichen am aktuellen Leitzins der Europäischen Zentralbank. Werden die Zinsen von der EZB in den negativen Bereich abgesenkt, bedeutet das schlicht und ergreifend: Banken, die ihr Geld bei der EZB parken, müssen bei einem negativen Leitzins Gebühren an die EZB zahlen. Immer häufiger geben nun die Banken diese von der EZB erzwungenen Minuszinsen an ihre Kunden weiter. So kommt es also, dass auch Sie jetzt Strafzinsen auf ihr Girokonto oder ihr Tagesgeldkonto zahlen müssen.

Das ist ein ziemlich merkwürdiger Trend in der Finanzwelt: Etliche Banken haben bereits Negativzinsen eingeführt oder überlegen gerade, es zu tun. Damit wollen die Banken ihre Kunden davon abhalten, größere Beträge anzulegen. Denn – wie eben erwähnt – kommt dann die EZB daher und verlangt von den Banken Strafzinsen. Die EZB wiederum hofft so, dass Banken und Bankkunden aufgrund von Strafzinsen ihr erspartes Geld lieber direkt in die schwächelnde Wirtschaft stecken, statt es auf einem Bankkonto langsam aber sicher verschwinden zu sehen. 

In Deutschland sind es derzeit etwa 300 Kreditinstitute, die von Privatkunden ab einem bestimmten Eurobetrag einen Strafzins abrufen. Bei Firmenkunden sind es sogar noch ein paar mehr. Der zurzeit höchste Strafzins wird von der Bank 1 Saar verlangt. Ab 10.000 Euro auf dem Konto verlangen die einen Negativzins von 0,75 % pro Jahr. Auch Commerzbank, Consorsbank, Deutsche Bank, DKB, ING, Comdirect, Postbank, sowie viele Sparkassen und Volksbanken verlangen mittlerweile Negativzinsen.

Risiken von Negativzins

Theoretisch sollten negative Zinssätze dazu beitragen, die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation abzuwehren. Aber die politischen Entscheidungsträger sind mit solchen Behauptungen mittlerweile vorsichtig, weil es mehrere Möglichkeiten gibt, wie eine solche Negativzins-Politik nach hinten losgehen kann. Da die Banken bestimmte Vermögenswerte wie zum Beispiel Hypotheken besitzen, die vertraglich an den geltenden Leitzins gebunden sind, drücken solche Negativzinsen die Gewinnspannen so weit runter, dass die Banken tatsächlich nicht mehr bereit sind, Kredite zu vergeben. Und das ist so ziemlich das schlimmste, was einer Wirtschaft passieren kann.

Es gibt auch nichts, was die Inhaber von Einlagen davon abhalten könnte, ihr Geld abzuheben und das Bargeld in Matratzen zu stopfen. Dann droht ein Ansturm der Sparer auf die Banken.

Negative Zinssätze bekämpfen die Deflation

Negativzins

In Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs halten die Menschen in der Regel ihr Geld zurück und warten auf eine Verbesserung, bevor sie ihre Ausgaben wieder erhöhen. Infolgedessen können sich Deflationen in der Wirtschaft “festfressen”. Sprich: Die Menschen stellen ihre Ausgaben ein, die Nachfrage sinkt, die Preise für Waren und Dienstleistungen fallen, die Menschen warten weiter mit ihren Ausgaben, die Preise sinken noch weiter … ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Negative Zinssätze bekämpfen die Deflation, indem sie uns Sparern das Sparen teurer machen. Sie zwingen uns quasi, wieder mehr Geld auszugeben. Positiv formuliert, ist der Negativzins also ein Anreiz zum Geld-ausgeben. Anstatt Zinsen auf Ersparnisse zu erhalten, verlangt die Bank von den Einlegern eine Haltegebühr. Gleichzeitig sorgen Negativzinsen auch für attraktive Rahmenbedingungen für die Kreditnehmer – weil sie ja noch Geld obendrauf kriegen wenn sie Geld leihen.

Negative Zinssätze mögen zwar einerseits paradox erscheinen. Aber dieser Wahnsinn hat Methode. Eine ganze Reihe von europäischen und asiatischen Zentralbanken haben in der Tat Negativzinsen eingeführt. Dies ist nicht zuletzt ein Beleg für die katastrophale Situation, in der wir uns momentan befinden. 

Negativzinsen sind aber nicht die einzige reale Gefahr. Es gibt noch eine Menge weiterer Gefahren, die Ihre Vermögenswerte massiv bedrohen. Wenn Sie wissen wollen, was genau noch auf Ihr Vermögen lauert – und vor allem, wie Sie sich dagegen schützen können, dann melden Sie mal sich zur kostenfreien Online-Veranstaltung von Herrn Alexander Streeb an.

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Über Andre Schwermer

Andre Schwermer ist Mitarbeiter der FinanzNewsKOMPAKT-Redaktion. Er arbeitet hauptberuflich als Wirtschaftsjournalist, u.a. auch für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland, wie den Südkurier Konstanz, Volksfreund Trier und Saarbrücker Zeitung.

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