Die Macht des Wortes: Was Worthygiene mit Erfolg zu tun hat

By on 16.05.2015

Jedes Wort, das uns über die Lippen kommt, transportiert ein Stück von uns nach außen.

„Gib mir mal ein Tempo“, „Hier, nimm das Zewa zum Aufwischen“, „Ich liebe Dich“, „Kündigung und Zeitarbeitsfirma“

Merken Sie etwas?

Sprache und ihre Bedeutung stehen in direkter Resonanz mit Ihrem Denken und Ihren Gefühlen.

Welche Bedeutung das im täglichen Leben für Sie ganz konkret hat und was Sie tun können, um durch bedachte Worte insgesamt erfolgreicher zu werden, lesen Sie hier.

„Marken“-Worte transportieren Gefühle

Nivea, Tempo, Zewa – eigentlich meinen wir nichts anderes als eine Hautcreme, ein Papiertaschentuch oder Küchenpapier, doch diese Marken haben es nicht nur geschafft, zum Synonym für diese Produktpaletten zu werden; durch geschickte Werbung transportieren Sie sogar noch Gefühle von Wohlfühlen, Heimeligkeit und hygienischer Sauberkeit.

Genau das gegenteilige Ende der Gefühlsskala erreichen wiederum die Begriffe „Kündigung“ und „Zeitarbeitsfirma“.

Beides ist in uns verbunden mit unangenehmen Gefühlen- zumindest, wenn Sie eine Kündigung nicht selbst aussprechen möchten. Mit diesen Begriffen sind Unsicherheiten ebenso verbunden wie finanzielle Einschnitte, sinkendes Ansehen, Hoffnungslosigkeit und vieles mehr.

Dabei sind es doch eigentlich nur ein paar Buchstaben? Weit gefehlt!

Buchstabensalat

Jedes Wort ist von klein auf in seiner Bedeutung mit unseren Gefühlen verknüpft

So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Fluchen körperlichen Stress auslöst. Das wird darauf zurück geführt, dass selbst bevor wir die Bedeutung des Wortes kannten, unsere Eltern bereits böse oder wütend darauf reagierten. Diese Konditionierung werden wir meist Zeit unseres Lebens nicht mehr los.

Worte berühren unsere Sinne

Ob Sie einen Liebesroman lesen oder einen Artikel in der Tageszeitung: Die verwendeten Worte berühren Sie weit über die visuelle Ebene hinaus und lassen Sie eintauchen ins Geschehen.

Immer entstehen zugehörige Gefühle. Für Kaffeeliebhaber löst schon das Wort Kaffee Gedanken und Gefühle aus, die prompt mit Wohlbefinden und Energie assoziiert werden.

Wenn jemand Hunger hat, brauchen Sie nur den Namen eines Gerichts zu nennen, und ihm läuft das Wasser im Mund zusammen.

Das geht sogar bis zur Selbst-Manipulation: Sagen Sie das Wort „greifen“, während Sie nach etwas greifen, werden die Bewegungen harmonischer.

Manipulatives Marketing

Freiheit, Unabhängigkeit, Wohlbefinden, Komfort, Glück – die Werbung beherrscht es perfekt, in uns genau die Bereiche zu triggern, nach denen wir uns am meisten sehnen.

Laut Studien kann schon die Art und Weise, wie ein Lebensmittel beschrieben wird, das Geschmackserlebnis gravierend beeinflussen.

Worte wecken Assoziationen

Und eben genau deshalb haben Sie auch so eine große Macht über uns. Ob nun in der Werbung etwas gesagt wird, wir es lesen, unser Gegenüber etwas zu uns sagt oder wir selber – die Assoziationen laufen in uns komplett unbewusst ab!

Besonders effektiv sind in diesem Zusammenhang Metaphern, da sie eine Brücke schlagen zwischen Handeln und Wahrnehmung sowie dem Denken. Meinungen werden zementiert, ein Ereignis zelebriert, eine Herausforderung gemeistert: Aus all diesen Metaphern hört man bereits heraus, wie die Gesamtsituation gemeint und empfunden wird.

Metaphern beeinflussen, wie wir einen Umstand deuten und haben daher noch eine viel größere Macht, als die simple Beschreibung der Situation, die die eigene objektive Einschätzung offen lässt.

Bilder im Kopf

Die Worte im Kopf

Viele Menschen erzählen darüber, dass sie Worte in ihrem Kopf hören. Als wenn ihr eigene Meinung innerlich noch einmal ausgesprochen und dadurch dokumentiert werden würde.

Wenn Sie nun wissen, welche Macht Worte auf Ihre Einstellung und Gefühlswelt haben, ist es dann nicht an der Zeit, die von Ihnen meist genutzten einmal sorgfältig zu analysieren?

Optimist – Pessimist

Bevor wir uns den Gesprächen mit anderen zu wenden, schauen wir uns unsere eigene innere Konversation an: Ich Tollpatsch! Ich bin so dumm, Ich Looser, ich kann aber auch gar nichts richtig machen“ - Kommt das Ihnen bekannt vor?

Es gibt unter Psychologen einen sehr hilfreichen Rat: Reden Sie mit sich selbst wie mit einem geliebten, nahen Freund oder jemandem, den Sie gerade erst kennen gelernt haben und sehr sympathisch finden.

Würden Sie zu ihm diese Dinge sagen? Vermutlich nein. Oder aber neckend, mit liebevollem Unterton, oder? Besser ist, Sie streichen derlei Kritik direkt aus Ihrem Vokabular.

Was ist aber mit Wörten wie „eigentlich“, „hätte, könnte, täte, würde“, „man müßte mal“?

Optimist vs. Pessimist

Spricht aus diesen Begriffen jemand, der sich voll und ganz dazu entschlossen hat, etwas an zu gehen? Oder tarnen diese Begriffe nicht eher Neins, die so nicht ausgesprochen werden möchten?

Worte und ihre Bedeutung

Dasselbe passiert mit dem halbvollen und halbleeren Glas. Oder was glauben Sie passiert in Ihrem Kopf und Körper, wenn Sie häufig das Wort „Scheiße“ benutzen?

Die innere Assoziation ist doch, dass momentan nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts in Ordnung ist, oder? Sind Sie sicher?

Gibt es da nicht doch noch schöne Sachen rechts und links, die Sie einfach nur deshalb nicht mehr sehen, weil Sie vor Ihrem Problem wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen? Wie anders fühlt es sich an, wenn Sie sich mit Worten selbst motivieren?

„Schau'n wir uns das doch jetzt erst Mal in Ruhe an“ erzeugt in Ihnen, dass Sie mit einer lösungsorientierten Einstellung das aktuelle Geschehen analysieren werden, wobei „Scheiße“ bereits die Kapitulation bedeutet.

Neurowissenschaftler entdecken noch mehr

Der Neurowissenschaftler Friedemann Pulvermüller von der Freien Universität Berlin wollte diese Zusammenhänge gerne detailliert überprüfen, was er während eines Aufenthalts in England auch gemacht hat:

„Er setzte Probanden unter ein Gerät, das die magnetische Aktivität des Gehirns misst, und präsentierte ihnen sowohl wörtlich gemeinte als auch metaphorische Sätze, die jeweils mit Arm- oder Beinbewegungen zu tun hatten: »John picks her fruit/her brain« (John erntet ihre Früchte/horcht sie aus), »Pablo kicked the ball/the bucket« (Pablo schoss den Ball/biss ins Gras).“

Unfassbar: Bei Sätzen mit metaphorischer Bedeutung war nicht nur der präfrontale Kortex aktiv (Bedeutungsverarbeitung), sondern auch der Motorkortex, und zwar jeweils die Bereiche, die für Arme oder Beine zuständig sind. »Im Hirn schwingt also tatsächlich die wörtliche Bedeutung mit«, Zitat Pulvermüller.

Heute wird davon ausgegangen, dass wir darüber hinaus sogar in Metaphern denken. So wird auch Lernen und das Erfassen komplexer Inhalte vereinfacht und verdeutlicht. Eselsbrücken, innere Bilder, all dies geschieht auf Basis einer bildhaften Gedankensprache.

Eselsbrücke

Der Unterschied zwischen muss, kann und will

Müssen Sie auch jeden Tag zur Arbeit? Und müssen Sie anschließend auch noch Einkaufen und zum Sport? Oder haben Sie sich dazu entschieden, weil z.B. der Kühlschrank leer ist oder Sie etwas ganz Bestimmtes kochen wollen? Müssen Sie wirklich zum Sport, oder haben Sie sich ein Ziel gesetzt, auf das Sie hin trainieren?

Sehen Sie? Die meisten „Muss“-Sätze sollten Sie schleunigst überdenken und um formulieren. Bei allem im Leben entscheiden wir selbst uns FÜR etwas und damit zwangsläufig gegen andere Möglichkeiten. Sie müssen auch nicht arbeiten gehen – Sie könnten auch stattdessen Hartz IV beziehen. Aber Sie haben sich für die Annehmlichkeiten (vorzugsweise dem Lohn, hoffentlich aber auch der inhaltlichen Arbeit) entschieden und wissen, dass Sie dafür entsprechend als Preis zu zahlen haben, dass der Tag Ihnen nicht mit 24 Stunden zur Verfügung steht.

Sie können sich auch gegen das Einkaufen entscheiden – haben dann aber die Konsequenz zu (er-) tragen, nur mit den Dingen kochen zu können, die Ihr Kühlschrank noch her gibt.

Interessant ist auch das Wort „kann“. Etwas tun zu können, bedeutet schließlich, dass Sie die Möglichkeit haben. Eine Möglichkeit, die vielen anderen Menschen vorenthalten ist. Hier eröffnen sich Situationen, für die wir wirklich dankbar sein können.

Das können ganz simple Dinge sein, zum Beispiel Duschen oder Baden. Haben wir es nicht über die Maßen bequem, in einem sauberen, wohltemperierten Bad eine Dusche genießen zu können? Raten Sie doch einmal, wie viele Milliarden Menschen weltweit kein fließend Wasser, geschweige denn Warmes, haben?

Bequemlichkeit

Den größten Effekt auf Ihr Leben und Denken hat jedoch das Wörtchen „will“. Wenn Sie einmal drüber nach denken, dass vielen von uns das in der Kindheit verboten worden ist („Kinder die was wollen, denen haut man auf die Bollen“), ist es umso wichtiger, ihm wieder Einlass in Ihr Leben zu gewähren.

„Heute komme ich nicht, ich will noch etwas weiter arbeiten“ erzeugt in Ihnen ein ganz anderes Gefühl und auch eine ganz andere Einstellung zu dem, woran Sie arbeiten wollen, als wenn Sie sagen: „Heute kann ich nicht, ich muss noch arbeiten“, oder?

Im Zweiten steckt das Bedauern, dass es aus der alternativen Beschäftigung nichts wird, im Ersten der feste Willen, in Ihrem Projekt Fortschritte zu schaffen.

Resümee: Beschäftigen Sie sich wirklich ernsthaft mit dem Thema Wort- und auch Gedankenhygiene. Streichen Sie gewisse Begriffe aus Ihrem Wortschatz und reden Sie mit sich und anderen so oft wie nur möglich in Ihrer Erfolgssprache. Sie werden die Unterschiede spüren!

Quellen: zeit.de; erfolgx.de; gesund-durch.de

About Markus Dan

Baujahr 1970 ist Markus Dan seit über einem Jahrzehnt im Beratungswesen tätig: Hauptsächlich für große Unternehmen, Banken, Versicherungen, aber auch für KMUs und Privatpersonen. Im Rahmen dieser Tätigkeiten und auch basierend auf seiner Erfahrung im Heer hat er sich auch sehr intensiv mit verschiedenen Methoden der Verhaltensänderung beschäftigt: Dinge wie NLP, Rhetorik- und Verkaufsschulungen als auch stärkere Dinge wie Hypnose, klassischen Konditionierung und mehr. Die letzten Jahre gehörten immer mehr Klein- und Mittelbetriebe sowie Einzelunternehmer und Selbstständige zu seinen größten “Fans”, da er ein spezielles Unternehmens-Erfolgsprogramm entwickelt hat, dass auf den Prinzipien der Hypnose, der Konditionierung und noch einiger anderen Tricks in den Bereichen Profitmaximierung und Neukundengewinnung besteht und speziell für diese Zielgruppe zugeschnitten ist. Derzeit lebt er mit seiner Familie in Malaysia. www.markusdan.com

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