Leben 3.0 – Langzeitreisende

By on 19.03.2015

Ob Sie normal sind? Wenn Sie Langzeit-Reisende selber fragen, werden diese das sicher in den meisten Fällen mit einem überzeugten Ja beantworten. Zumindest wenn man etwas tiefer unter die Oberfläche guckt; schließlich ist der Mensch nicht konzipiert, irgendwelchen konditionierten Programmen zu folgen, sondern seine Fähigkeiten und Talente ebenso in seinem Leben ein zu bringen wie seine Sehnsüchte und Bedürfnisse.

Einigen wir uns darauf, dass Langzeit-Reisende zumindest für ihre Seele genau das normale Leben führen, das in jeder westlichen Gesellschaft als durchgeknallt abgestraft werden würde.

Was treibt sie an, die menschlichen Zugvögel, die nach wenigen Monaten oder Jahren zum nächsten Ziel aufbrechen? Sind es die vielen Schönheiten dieser Welt, die sie immer wieder weiter treiben, die Magie, die in der Begegnung mit Neuem liegt? Oder haben sie in Ihren Genen einfach stärker die Überreste alter Nomadenstämme als andere?

Die Beantwortung der Frage ist nicht einfach, zumal es häufig ein Puzzle aus bewussten Entscheidungen und tiefer innerer Sehnsüchten ist.

Mit Begegnungen wachsen

Viele Langzeit-Reisende schwärmen von den herzlichen Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Kulturen.

Die Besonderheiten, unterschiedliche Wertevorstellungen und Verhaltensweisen durchbrechen die natürliche Routine; unser Gehirn lernt, permanent neue Verbindungen zwischen Synapsen zu knüpfen, so wie wir täglich neue Verbindungen zu anderen Menschen, einer andersartigen Natur und Kultur erstellen.

Traveller

Demut und Reichtum

Für viele Traveller ist es eine wichtige Erfahrung, Umstände oder Situationen, die ihnen zuhause selbstverständlich waren, auf einmal in Frage gestellt zu sehen.

Wie demütig man sein Glück definiert, wenn es seit Tagen nur regnet und kein einziges trockenes Plätzchen zu finden ist, unterscheidet sich doch maßgeblich von der deutschen Erfahrung: Wohnungstür aufgesperrt und schon sind wir im Warmen.

Selbst wenn es anschließend wieder nach Hause gehen sollte, der Blick auf die scheinbaren Selbstverständlichkeiten des Lebens ist geschärft, die Sinne geöffnet.

Die ganze Welt ist schön

Orte zu besuchen, an denen sich das Herz öffnet und die Seele zu singen beginnt – gerade nach ein paar Jahren im europäischen Hamsterrad greifen solche Herzenswünsche immer mehr nach Menschen, die in sich drin den Globetrotter spüren.

Ob es die Freiheit des Wohnmobils ist, mit der im Anfang nur am Wochenende die Unabhängigkeit erprobt wird; aber echte Globetrotter kommen aus dieser Sehnsucht nicht mehr heraus. Frei wie ein Vogel leben, reisen, Erfahrungen machen.

 

Wachsende Möglichkeiten

Auch unter dem Begriff „Digitale Nomaden“ sind sie bekannt, das besondere Völkchen Menschen, die über die ganze Welt verteilt leben und arbeiten. In Zeiten des Internets ist es in vielen Bereichen völlig egal, ob Sie in Australien oder Mexiko sitzen.

Online-Magazine suchen gut geschriebene Artikel, Reiseführer der individuellen Art werden geschrieben, Coachings via Skype abgehalten, oder ein automatisiertes passives Einkommen via Ebooks und ähnlicher Strukturen aufgebaut.

Leben heißt nicht mehr nur Arbeiten

War es noch für die Generation vor uns der wahre Lebensinhalt neben dem eigenen Häuschen mit Garten, gilt heute der Plan, bis zur Rente den größten Teil des Lebens in irgendwelchen Jobs zu verbringen, nicht mehr als wünschenswert – und auch nicht mehr zeitgemäß.

Gerade die explodierende Möglichkeits-Palette läßt völlig selbstverständlich die Frage aufwerfen, wie wir leben wollen. Will nicht jeder von uns eine Lebensqualität, die alle Bedürfnisse abdeckt?

Urlaub

Wir wollen nicht mehr auf das nächste Wochenende oder den nächsten Urlaub warten, bis wir endlich wieder ein Fünkchen Lebensqualität durch Begegnungen oder Reisen erleben.

Wir wollen regelmäßige Inputs, die uns umdenken lassen, die Routine sprengen, und vielfach halten wir es zumindest in unserem Heimatort mit den gegebenen Umständen nicht für umsetzbar.

Entwicklung bekommt Stellenwert

Auch in diesem Punkt sind sich die Langzeitreisenden mit unseren alten Dichtern und Denkern einig: Reisen bildet nicht nur, es erweitert eben auch zutiefst den eigenen inneren Horizont.

Darauf wollen viele nicht nur sporadisch zurück greifen können, es ist ihnen wichtig, dass das ein fester Bestandteil ihres Lebens ist – mehr als es jemals in den vergangenen Jahren so flächendeckend der Fall gewesen ist!

Quartals-Reisende

Viele Langzeit-Reisende sind eher die Variante Quartals-Reisende: Sie heben sich ihren gesamten Jahresurlaub auf und verbringen ihn an einem Stück in einem Kontinent oder Land ihrer Wahl.

Auswandern

Doch die Rückkehr ins normale gesellschaftliche Leben fällt nicht jedem leicht.

Oft haben sie über so einen langen Zeitraum Lebens- und Denkweisen des Gastlandes angenommen. Da ist die Adaption an europäisches Businessleben keine leichte Übung.

Doch im Gegensatz zu totalen Aussteigern ist diese Gruppe sehr glücklich mit ihrem Langzeit-Urlaub und der dennoch gegebenen Sicherheit der heimischen Arbeitsstelle.

In der Ruhe liegt die Kraft

Den meisten Langzeit-Reisenden ist darüber hinaus eines gemein: Der Ausbruch aus dem Hamsterrad aus Stress und Hektik. Sicher können ungewohnte Situationen im Ausland ebenso einmal Stress oder Hektik bringen.

Doch die Art und Weise, wie in ungewohnter Umgebung Herausforderungen angegangen werden, trainieren das Selbstwertgefühl, das Lösungsbewusstsein und sichern auch die Erkenntnis, dass sich bis jetzt immer noch irgend ein Weg gefunden hat.

Vertrauen ins Leben wird das auch gerne genannt, und das kommt im normalen Alltagsleben in Deutschland definitiv zu kurz: Alles ist durch geplant und wenn sich dann Probleme ergeben, ist ganz schnell „Holland in Not“.

Perspektiv-Änderungen

Wir Deutsche jammern auf hohem Niveau heißt es häufig. Das ist ganz sicher auch der Fall, wenn wir als Langzeit-Reisende nach Afrika, Südamerika oder auch Indien reisen.

Welche Selbstverständlichkeiten wir zur Verfügung haben und aus welchen Mücken hierzulande ganz schnell ein Elefant wird, wird in fremden Ländern auf einmal relativ.

Der daraus wieder in den heimischen Alltag mitgenommene entspannte Umgang mit Problemen und Herausforderungen hat nachhaltige Dauer-Wirkung: Wen juckt schon noch die plätschernde Heizung, nachdem er in kalten afrikanischen Nächten sich beinahe die Zehen abgefroren hat?

Gelassenheit und Gemeinschaftsgefühl

Langzeit-Reisen haben Mitbringsel im Gepäck, die Sie sich nicht auf den Kaminsims stellen können, aber von denen Sie Tag für Tag profitieren. Die Gelassenheit, mit der Sie Dinge jetzt angehen, ist geprägt von der Gewissheit, mit vielen Situationen problemlos umgehen zu können.

reisen

Sie haben mehr Vertrauen in Ihre eigenen Lösungsqualitäten und Ihr Gehirn ist deutlich trainierter darauf, diese Umstände konstruktiv an zu gehen. Auch ein neues, sozialeres Gemeinschaftsgefühl werden Sie mit nach Hause bringen: Die Hilfsbereitschaft im Ausland ist legendär und spricht eine vollkommen andere Sprache als deutsches Egomanentum.

Wo sich hier die Menschen viel zu sehr in ihre eigenen vier Wände verziehen und beinahe zum Soziopathen verkommen, kommen Sie im Ausland ohne fremde Hilfe oft nicht weit.

Hilfe an zu nehmen fällt vielen Deutschen nicht leicht, dabei ist das Geben und Nehmen das Kernprinzip menschlichen Zusammenlebens. Das spüren Sie wenn Sie sich darauf eingelassen haben, genau dieses Geben und Nehmen zu erleben und zu praktizieren.

Es wird Ihnen auch zurück in der Heimat ein echtes Bedürfnis werden – wovon Sie selbst ebenso profitieren wie die gesamte Gesellschaft. So betrachtet könnte man fast sagen, Langzeit-Reisen sind eher so etwas wie ein Trainingscamp für Erfolg.

Auch, wenn jeder für sich sein persönlichen Lebens-Erfolg anders definiert, gilt es doch, gewisse Skills zu entwickeln, damit das gewünschte Ergebnis eintritt. Mit all dem, was Sie aus einem Langzeit-Urlaub mit nehmen, ist Ihr Werkzeugkoffer schon einmal gut gefüllt.

Quelle: lebensdomizile.com; pinkcompass.de; outdoorseiten.net; huffingtonpost.de

About Markus Dan

Baujahr 1970 ist Markus Dan seit über einem Jahrzehnt im Beratungswesen tätig: Hauptsächlich für große Unternehmen, Banken, Versicherungen, aber auch für KMUs und Privatpersonen. Im Rahmen dieser Tätigkeiten und auch basierend auf seiner Erfahrung im Heer hat er sich auch sehr intensiv mit verschiedenen Methoden der Verhaltensänderung beschäftigt: Dinge wie NLP, Rhetorik- und Verkaufsschulungen als auch stärkere Dinge wie Hypnose, klassischen Konditionierung und mehr. Die letzten Jahre gehörten immer mehr Klein- und Mittelbetriebe sowie Einzelunternehmer und Selbstständige zu seinen größten “Fans”, da er ein spezielles Unternehmens-Erfolgsprogramm entwickelt hat, dass auf den Prinzipien der Hypnose, der Konditionierung und noch einiger anderen Tricks in den Bereichen Profitmaximierung und Neukundengewinnung besteht und speziell für diese Zielgruppe zugeschnitten ist. Derzeit lebt er mit seiner Familie in Malaysia. www.markusdan.com

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