Chef-Schikane am Arbeitsplatz – perfides Bossing

By on 22.04.2015

Sicher, Mobbing oder auch Schikane am Arbeitsplatz ist seit Jahren ein fester Begriff und lässt sowohl Psychologen, Ärzte wie auch betriebswirtschaftliche Experten seufzen: Die Schikane am Arbeitsplatz kostet nicht nur das Unternehmen richtig Geld, es ist eine Erfolgs-Bremse, einer der größten Krankheitsauslöser und behindert das gesamte Unternehmen –  ganz davon abgesehen, welchen Schaden der Gemobbte selber nimmt.

Was aber nun, wenn es sich gar nicht um Mobbing unter Angestellten, sondern um Bossing, Mobbing durch den Chef handelt?

Schikane am Arbeitsplatz, Ausgrenzen und Co.

Schikane ist am Arbeitsplatz bei 3 % aller Angestellten regelmäßig der Fall, und auch in vielen Bereichen ist es dem Boss durchaus bekannt.

Manchmal kommt es ihm sogar gelegen: Wenn eine schwache Führungspersönlichkeit auf einen charismatischen, fähigen Mitarbeiter trifft, ist es nicht selten der Fall, dass Ersterer seine Macht-Position aus nutzt, um den anderen kleiner zu machen und die von ihm gefühlte eigene Unterlegenheit unter die Fähigkeiten des Mitarbeiters für sich aus zu gleichen.

In einer Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) heißt es sogar, bereits jeder neunte im arbeitsfähigen Alter sein mindestens einmal in seinem Leben bereits gemobbt worden, auch wenn die Schikane am Arbeitsplatz keineswegs salongfähig dadurch geworden ist.

Darunter wird das Benachteiligen, Schikanieren und Drangsalieren sowie Ausgrenzen eines Mitarbeiters über einen längeren Zeitraum verstanden.

Erstaunliche Quote

Imposant sind die Zahlen vor allem, was das Schikane am Arbeitsplatz aus der Führungebene heraus betrifft: Über 40 % des Mobbings wird von hier aus gesteuert oder ausgelöst.

Schikane am Arbeitsplatz

Da werden Zuständigkeiten gekappt, Befugnisse beschnitten, ungerechtfertigte Kritik ausgesprochen und vieles mehr, um dem betroffenen Mitarbeiter „einen Dämpfer zu verpassen“.

Ungesunde Strukturen

Neben der Führungsschwäche der bossenden Personen spielt hier meistens auch noch hinein, dass die gesamten Strukturen des Unternehmens ungesund sind.

Ein schlechtes Management findet sich in vielen dieser Unternehmen, aber manchmal sind es auch einfach Zwistigkeiten zwischen Chef und Mobbing-Opfer, die der Big Boss nicht verzeihen kann.

Mitarbeiter, die bei einem tyrannischen Führungsstil für die gesamte Belegschaft den Mund auf machen sind hier natürlich besonders gerne Opfer.

Ihre einstmals ihren Fähigkeiten entsprechenden Zuständigkeiten werden mehr und mehr eingeschränkt und sie werden systematisch in Arbeitsgebiete hinein gedrängt, die weder ihren Talenten noch ihrem ursprünglichen Arbeitsfeld entsprechen. Die perfide Schikane am Arbeitsplatz nimmt ihren Lauf, bis die Betroffenen ihren Hut nehmen.

So werden fähige Kräfte systematisch zermürbt, beginnen mehr und mehr, an sich selbst zu zweifeln und werden über kurz oder lang ernsthaft krank.

Schikane am Arbeitsplatz - Die Frage nach dem Selbstwert

Dass dieses Bossing überhaupt Erfolg haben kann, liegt oft genug auch am Opfer selbst. Meist steckt hier ein mangelndes Selbstwertgefühl dahinter, dass Bossing überhaupt treffen kann.

Die Bereitschaft, die Opferrolle an zu nehmen muss auch vorhanden sein - zumindest unbewusst ist dies der Fall. Wer um seine Fähigkeiten weiß, den kann keine Schikane am Arbeitsplatz, keine Kritik innerlich ernsthaft treffen.

Dazu gibt es genügend Punkte, die diese Kritik widerlegen, das Gehörte geht in das eine Ohr rein und aus dem anderen wieder hinaus, ohne den Gerügten wirklich zu tangieren.

Schwache Bosse - die treibenden Kräfte bei Schikane am Arbeitsplatz

Fühlt sich der Chef jedoch seinem Mitarbeiter fachlich unterlegen und hat selbst nur ein schwaches Selbstbild, wird er jede Gelegenheit nutzen, seinen Angestellten zu erniedrigen, kritisieren und zu zermürben.

Aus dieser Macht-Position heraus ist sein Opfer sowieso gnadenlos unterlegen. Wenn es sich nicht um die obersten Bosse handelt, kann es sinnvoll sein, die Führungsspitze ein zu schalten; schlechte Karten hat jeder, der von eben diesem obersten Boss gemobbt wird.

Hier gibt es selten eine andere Möglichkeit, als den Betrieb zu verlassen. Wenn diese Mobbing-Situationen gesammelt werden, kann es sich jedoch lohnen, einen Anwalt ein zu schalten und neben der Kündigung eine Abfindung aufgrund von Schikane am Arbeitsplatz ein zu klagen.

Mobbing ist einer der wenigen Fälle, in welchen eine eigene Kündigung aus gutem Grund auch vom Arbeitsamt akzeptiert ist, sofern die Schikane am Arbeitsplatz konkret belegbar ist und ein ärztliches Attest über den gesundheitlichen Zustand im Zusammenhang mit Mobbing vorliegt.

Schikane am Arbeitsplatz

Mobbing mit Absicht - auch im öffentlichen Dienst

Oft, wenn Mobbing in den Chef-Etagen angeordnet wird, dann deshalb,um den Mitarbeiter aus dem Unternehmen heraus zu ekeln statt ihm zu kündigen. Je sicherer der Arbeitsplatz, umso eher wird Schikane am Arbeitsplatz als Instrument eingesetzt.

Das findet sich besonders häufig in den Strukturen des öffentlichen Diensts; hier, wo es offiziell nicht möglich ist, jemanden zu entlassen, wird Mobbing ganz bewusst strategisch eingesetzt.

Aussitzen ist die falsche Strategie

Erst wird nicht mehr gegrüßt, dann werden Ihnen die ungeliebten Aufgaben übertragen. „Na, das wird auch wieder vorbei gehen“, denken Sie sich und sitzen das Ganze aus.

Experten bescheinigen Ihnen damit aber, quasi Ihr eigenes Todesurteil gesprochen zu haben, denn nun weiß der Boss ja, mit wem er‘s machen kann. Gehen Sie früh in die Offensive und stellen Sie klar, dass Sie nicht für die Drecks-Arbeit im Unternehmen da sind.

Dazu gehört natürlich auch eine Portion Mut; dennoch ist es mittelfristig betrachtet der erste Weg, um weiteren Psychoterror und ausuferndes Mobbing zu vermeiden.

Schikane am Arbeitsplatz - Sprechen Sie sich aus

Suchen Sie die Aussprache, sofern die Gründe nicht unmittelbar klar sind. Erfragen Sie, warum Sie in der Gunst des Chefs gefallen sind. So kann sich dieser erklären. Das empfiehlt Martina Perreng, Arbeitsrechtlerin beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Auch die Aussprache mit dem Betriebsrat zu suchen kann helfen, auf einen gemeinsamen Konsens zu kommen. Schikane am Arbeitsplatz geschieht meist sehr subtil und unterschwellig. Je mehr es in die Öffentlichkeit getragen wird, umso eher besteht die Gefahr, dass der Mobbende sein Gesicht verliert.

Schikane am Arbeitsplatz

Letzter Ausweg: Kündigung

Wenn das alles nichts nützt hilft wirklich nur noch die Kündigung. Sinnvoll ist es jedoch, sobald Sie das Mobbing feststellen, ein Tagebuch über die konkreten Fälle von Schikane am Arbeitsplatz zu beginnen und alles fest zu halten.

Mobbing geschieht nicht immer offensichtlich, aber die Sammlung der „Zufälligkeiten“ kann Ihnen helfen, vor Gericht Schadensersatz und auch Schmerzensgeld ein zu klagen.

Bitte bedenken Sie: Kein Job der Welt ist es wert, dass Sie dafür seelisch und körperlich vor die Hunde gehen. Je länger Sie in diesen Unternehmen tätig sind, umso länger haben Sie auch anschließend noch an den Zuständen zu knabbern.

Auf der einen Seite ist eine rechtzeitige Aussprache natürlich sehr wichtig, manchmal ist jedoch auch eher Schweigen Gold: http://mehreinkommen24.com/erfolg/einstellung/reden-ist-silber-schweigen-rettet-ihren-job-warum-sie-auch-manchmal-den-mund-halten-sollten/

In welche Richtungen der Druck durch die dauernde Schikane am Arbeitsplatz führen kann, zeigt unser Artikel über die Feierabendfalle Alkohol: http://mehreinkommen24.com/job/feierabend-falle-alkohol/

Und auch die Gruppe der Hochsensiblen ist hier nicht nur besonders gerne Opfer eines derartigen Bossings, sie empfinden die ganzen Schikanen auch noch viel intensiver: http://mehreinkommen24.com/lifestyle/hochsensible-immer-jenseits-der-grenzen/

Wenn Sie natürlich ganz bewusst lieber unglücklich sein wollen, können Sie diese Arten von Schikanen am Arbeitsplatz natürlich auch mit auf Ihre Liste setzen: http://mehreinkommen24.com/lifestyle/gekonnt-ungluecklich-sein-so-gehts/

Sie können den Spieß allerdings auch umdrehen und zurückmobben, mal sehen, wer eher aufgibt: http://mehreinkommen24.com/job/mobbing/so-ekeln-sie-ihre-kollegen-aus-dem-buero-wenn-schon-mobbing-dann-richtig-das-1x1-des-richtigen-mobbings/

Und zuguter Letzt bleibt Ihnen immer wieder auch noch, die Sache mit Humor zu nehmen: http://mehreinkommen24.com/job/miese-chefs-die-rache-kommt-als-cartoon/

Tun Sie sich gut, ziehen Sie die Konsequenzen: Bleiben Sie sich treu! Vielleicht bauen Sie sich direkt schon einmal etwas nebenher auf:

Quellen:  karriere.de; rp-online.de; datdus.com

About Markus Dan

Baujahr 1970 ist Markus Dan seit über einem Jahrzehnt im Beratungswesen tätig: Hauptsächlich für große Unternehmen, Banken, Versicherungen, aber auch für KMUs und Privatpersonen. Im Rahmen dieser Tätigkeiten und auch basierend auf seiner Erfahrung im Heer hat er sich auch sehr intensiv mit verschiedenen Methoden der Verhaltensänderung beschäftigt: Dinge wie NLP, Rhetorik- und Verkaufsschulungen als auch stärkere Dinge wie Hypnose, klassischen Konditionierung und mehr. Die letzten Jahre gehörten immer mehr Klein- und Mittelbetriebe sowie Einzelunternehmer und Selbstständige zu seinen größten “Fans”, da er ein spezielles Unternehmens-Erfolgsprogramm entwickelt hat, dass auf den Prinzipien der Hypnose, der Konditionierung und noch einiger anderen Tricks besteht und speziell für diese Zielgruppe zugeschnitten ist. Derzeit lebt er im Winter in Südost-Asien und im Sommer am Mittelmeer und hält mehrmals jährlich in Europa Seminare ab.

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